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Kritiken zum Film:

BELLA BLOCK - Denn sie wissen nicht was sie tun



2005-02-12: Frankfurter Allgemeine Zeitung

von Hans-Dieter Seidel:
Was aber ist mit der Tat? Im Schlagschatten von sieben Tagen Todesangst: "Bella Block: ... denn sie wissen nicht, was sie tun" Wie Bella Block, nach einem gefühlsträchtigen Barbesuch buchstäblich vom Hocker geholt, alkoholisiert den Erschossenen in Augenschein nimmt und den Zeugen anhört, wie sie ihre Stolperschritte austariert und verzweifelt nach dem letzten Zipfel Nüchternheit hascht, aber von Mal zu Mal ins Leere greift - das ist eine unaufdringliche Studie der Trunkenheit, die den Zuschauer seinerseits trunken macht, vor Begeisterung

2005-Februar: tittelbach.de

von Rainer Tittelbach:
Bella Block hat einen Neuen. Keinen neuen Lebensabschnittsgefährten: einen neuen Kollegen. Marke trocken, wortkarg, gelegentlich selbstgefällig, wie die Chefin kein leichter Zeitgenosse, aber eine Bereicherung. Jan Martensen ist kein Wasserträger, auch keine stereotyp ausgestanzte Kontrastfigur zur „Übermutter“ Bella Block. Und Darsteller Devid Striesow ist einer der auffallendsten unauffälligen Gesichter, die wir haben. Beste Voraussetzungen also für einen über dem ohnehin hohen Qualitätsniveau der beliebten ZDF-Reihe liegenden Krimi!
Die gut gebaute Geschichte vom überbehüteten Töchterchen (intensiv: Sophie Rogall) aus gutem Hause, das nach einer Woche in der Hand von Verbrechern das Gefühl für Recht und Unrecht verliert und einen ihrer Peiniger erschießt, tut ihr Übriges. Der Film ist spannend und voller überraschender Wendungen. Die Tonlage bleibt kühl und die Heldin distanziert. Bella Block ist keine Kommissarin, die bei einem verwirrten Teenager andere moralische Maßstäbe anlegt. Was bei ihr bleibt, ist Nachdenklichkeit. In „... denn sie wissen nicht, was sie tun“ von Markus Imboden kann sie sich so ihre Gedanken machen über den Zustand deutscher Familien und die selbstverordnete Käfig-Mentalität ihrer Mitmenschen. Selbst bei ihrem Simon und dem neuen Kollegen findet sie Anzeichen für dieses Gefangensein im eigenen Verhalten.

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